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Online-Scheidung

Es besteht die Möglichkeit, uns online zu beauftragen, einen Scheidungsantrag bei dem für Sie zuständigen Familiengericht einzureichen. Sie teilen uns die erforderlichen Daten über unser Online-Scheidungsformular mit, damit wir anschließend den Scheidungsantrag stellen können. Eine Online-Scheidung ist allerdings nur möglich, wenn die Ehegatten sich über die wesentlichen Fragen der Trennung und Scheidung einig sind. Diese Fragen betreffen die Themen:

  • Unterhalt
  • Versorgungsausgleich
  • Vermögenswerte und Zugewinn
  • Sorgerecht

Das Online-Scheidungsformular können Sie hier herunterladen

Fragen und Anworten zum Thema Scheidung

Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein?

a) Trennungsdauer
Wenn beide Partner die Ehescheidung wollen, so ist Voraussetzung, dass Sie ein Jahr getrennt gelebt haben. Bei einer Scheidung, die nur von einem Partner gewünscht wird, ist eine gesetzliche Trennungszeit von drei Jahren vorgesehen.

b) "Getrennt von Tisch und Bett"
Leben die Eheleute innerhalb einer Wohnung getrennt, so dürfen Sie nicht mehr zusammen haushalten und wirtschaften. Es muss erkennbar sein, dass wenigstens ein Ehegatte die häusliche Gemeinschaft nicht mehr herstellen möchte. Die Trennung ist eindeutig, wenn beide Eheleute jeweils eine eigene Wohnung haben.

c) Einigkeit
Kann eine Erklärung abgegeben werden, ob die Ehegatten eine Regelung über

  • das Sorgerecht
  • den Umgang mit den Kindern
  • den Kindesunterhalt
  • den Ehegattenunterhalt
  • den Hausrat
  • die Ehewohnung

getroffen haben?

d) Anwaltszwang?
Für die Scheidung benötigt in der Regel jeder Ehegatte einen Anwalt. Wenn allerdings bezüglich aller Problemkreise Einverständnis besteht, reicht ein Anwalt. Der Antragsgegner braucht in diesem Fall dem Scheidungstermin nur zuzustimmen und benötigt hierfür keinen eigenen Rechtsanwalt. Will er eigene Anträge stellen, wie zum

  • Kindes- und Ehegattenunterhalt
  • Sorgerecht
  • Zugewinnausgleich
  • Verzicht auf den Versorgungsausgleich
  • Ehewohnung
  • Hausrat

benötigt auch der Antragsgegner einen Anwalt.

Wie lange dauert ein Scheidungsverfahren?

Im Normalfall dauert eine Scheidung zwischen 5 und 12 Monaten. Entscheidend hierfür ist, wie schnell die Ehegatten den Fragebogen zum Versorgungsausgleich ausfüllen und die beteiligten Rentenversicherungsträger die betreffenden Auskünfte dem Familiengericht erteilen. Die Auslastung des Familiengerichts spielt eine zusätzliche Rolle. Falls eine notarielle Vereinbarung vorhanden ist, kann das Verfahren schneller erledigt werden.

Der Versorgungsausgleich ist zwingend vorgeschrieben. Wenn kein Versorgungsausgleich durchgeführt wird, verkürzt sich das Ehescheidungsverfahren um bis zu 3 Monate. Es gibt zwei Möglichkeiten, den Versorgungsausgleich auszuschließen und dadurch gleichzeitig das Scheidungsverfahren um bis zu 3 Monate zu verkürzen:

  • Im Scheidungsverfahren wird die Genehmigung zum Verzicht des Versorgungsausgleichs unter Zustimmung beider Ehepartner beim Gericht mit beantragt. Hierfür brauchen beide Parteien einen Anwalt. Das Gericht genehmigt den Verzicht nur, wenn die Ehe von kurzer Dauer war und beide Eheleute gleich viel verdient haben.
  • Der Versorgungsausgleich kann in einer Vereinbarung, die bei einem Notar beurkundet wird, ausgeschlossen werden. Eine Vereinbarung ohne Notar reicht nicht aus.

Was ist ein Versorgungsausgleich?

Der Versorgungsausgleich wird auch Rentenausgleich genannt. Hier werden die in der Ehezeit erworbenen Rentenansprüche zwischen den beiden Ehegatten ausgeglichen.

Was ist ein Zugewinnausgleich?

Besteht zwischen den Parteien kein Ehevertrag, leben die Eheleute in Zugewinngemeinschaft. Beim Zugewinnausgleich wird das Vermögen ausgeglichen, das die Eheleute während der Ehe erwirtschaftet haben. Hier sind spezielle Berechnungen für die Feststellung des Zugewinns jedes Ehegatten und dessen Ausgleich notwendig.

Welche Kosten entstehen bei der Scheidung?

Falls Sie bedürftig sind, kann Ihnen Verfahrenskostenhilfe gewährt werden, dann fallen in der Regel zurzeit keine Gerichts- und Anwaltsgebühren an, da die Verfahrenskostenhilfe die anteiligen Gerichtskosten und den eigenen Anwalt übernimmt.

Falls Sie nicht bedürftig sind, fallen folgende Verfahrenskosten an, die sich aus dem Einkommen und Vermögen der Beteiligten berechnen lassen:

  • Gerichtsgebühren: Sie errechnen sich im Wesentlichen aus den Einkommensverhältnissen der Ehegatten und nach dem Gerichtskostengesetz (GKG)
  • Anwaltsgebühren: Sie ergeben sich aus dem Rechtsanwaltsvergütungsgesetz (RVG). Kein Anwalt darf die darin geregelten Mindestgebühren unterschreiten.

Wann müssen die Kosten bezahlt werden?

Gerichtskosten:
Die Gerichtskosten müssen mit der Einreichung des Scheidungsantrags beim Familiengericht einbezahlt werden, sonst bearbeitet das Gericht den Antrag nicht. Deshalb müssen diese Kosten schon vorab gezahlt werden.

Anwaltskosten:
Für das Verfahren ist ein angemessener Vorschuss auf die anfallenden Anwaltsgebühren zu entrichten. Der Restbetrag ist unter Berücksichtigung der bereits geleisteten Vorschusszahlungen nach Abschluss des Verfahrens fällig.

Wann gibt es Verfahrenskostenhilfe?

Wer nach den persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnissen das Verfahren nicht führen kann, hat Anspruch auf Prozesskostenhilfe, die im Familienrecht Verfahrenskostenhilfe (VKH) heißt. Die Prozesskostenhilfe deckt neben den Gerichtskosten die eigenen Anwaltskosten ab. Sie wird nur auf Antrag beim zuständigen Gericht gewährt. Im Antrag müssen Ihre persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnisse dargelegt werden.

Werden die Verfahrenskosten vom Gericht ratenfrei gewährt, kann es vorkommen, dass nachträglich eine Ratenzahlung angeordnet wird bzw. die laufenden Raten erhöht werden, wenn sich in der Folgezeit Ihre Einkommensverhältnisse ändern. Eine Nachprüfung erfolgt in der Regel nach einigen Jahren.

Entnehmen Sie weitere Informationen dem Hinweisblatt zum Verfahrenskostenhilfe-Formular.
Das Verfahrenskostenhilfe-Formular und das Hinweisblatt können Sie hier herunterladen.